Lastspitzen kappen mit KI: Wie Peak Shaving mit dem GoodWe-Wechselrichter den Leistungspreis drückt

Ab 1. Jänner 2027 wird bei den Stromnetzkosten in Österreich neu gerechnet: Neben der verbrauchten Energiemenge zählt künftig auch die höchste Viertelstunden-Leistung des Monats – der sogenannte Leistungspreis. Was das grundsätzlich bedeutet, haben wir im Beitrag „Netzentgelte neu ab 2027“ erklärt. Heute schauen wir uns die Technik an, die diese neue Kostenkomponente automatisch klein hält: Peak Shaving – auf Deutsch Lastspitzenkappung – mit dem GoodWe-Hybridwechselrichter.
Wie entsteht eine Lastspitze?
Eine Lastspitze entsteht immer dann, wenn mehrere große Verbraucher gleichzeitig laufen. Ein typischer Winterabend: Das E-Auto hängt an der 11-kW-Wallbox, die Wärmepumpe heizt nach, im Backrohr gart das Abendessen. Am Netzanschluss summiert sich das schnell auf 12 kW und mehr. Ihr Smart Meter bildet daraus den Mittelwert über 15 Minuten – und der höchste dieser Viertelstundenwerte im Monat bestimmt ab 2027 Ihren Leistungspreis. Eine einzige unachtsame Viertelstunde legt also die Leistungskomponente Ihrer Netzkosten für den gesamten Monat fest.
So funktioniert Peak Shaving technisch
Ein Hybridwechselrichter wie die GoodWe ET-Serie misst über den Zähler am Netzanschlusspunkt laufend, wie viel Leistung Ihr Haus gerade aus dem Netz bezieht. Im Peak-Shaving-Betriebsmodus wird eine Bezugsgrenze festgelegt – zum Beispiel 5 kW. Droht der Netzbezug diese Grenze zu überschreiten, springt der Batteriespeicher ein und liefert die Differenz: Das E-Auto lädt weiter, die Wärmepumpe läuft weiter – nur kommt der zusätzliche Strom in diesem Moment aus dem Speicher statt aus dem Netz.
Konfiguriert wird das über die App beziehungsweise das Online-Portal des Herstellers. Dort lässt sich auch eine Reserve festlegen: ein Mindest-Ladestand, den der Speicher für die Lastspitzenkappung zurückbehält, damit auch am Abend eines trüben Tages noch Puffer für die nächste Spitze vorhanden ist. Die KI-gestützte Steuerung koordiniert Photovoltaik-Ertrag, Eigenverbrauch und Spitzenkappung automatisch – Sie müssen im Alltag nichts umstellen und verzichten auf nichts. Das Netz sieht statt einer 12-kW-Spitze nur noch geglättete 5 kW.
Was bringt das in Euro?
Rechnen wir es durch – als Beispielrechnung mit den Richtwerten aus dem Verordnungsentwurf der E-Control (Endausbaustufe: 33,82 Euro pro kW und Jahr bis 10 kW, 67,64 Euro je kW darüber):
Ohne Steuerung, Monatsspitze 12 kW: 10 × 33,82 € + 2 × 67,64 € ≈ 470 Euro Leistungspreis pro Jahr.
Mit Peak Shaving, Spitze gekappt auf 5 kW: 5 × 33,82 € ≈ 170 Euro pro Jahr.
Ersparnis: rund 300 Euro pro Jahr – Jahr für Jahr, vollautomatisch. In der Startphase ab 2027 liegen die Leistungspreise laut Entwurf noch niedriger (im Schnitt rund 19 Euro pro kW und Jahr, je nach Netzbereich etwa 15 bis 26 Euro) – die Ersparnis beginnt dann bei rund 170 Euro pro Jahr und wächst mit den Tarifstufen bis zur Endausbaustufe auf die vollen rund 300 Euro an.
Worauf es bei der Planung ankommt
Damit die Kappung zuverlässig funktioniert, müssen zwei Dinge zusammenpassen: Der Speicher braucht genug Entladeleistung, um die Differenz zwischen Lastspitze und Zielwert zu decken, und genug Kapazität, um auch längere Ladevorgänge zu überbrücken. Ein 10-kWh-Speicher mit passendem Hybridwechselrichter deckt die typischen Spitzen eines Einfamilienhauses gut ab.
Und das Beste: Peak Shaving kommt zusätzlich zur normalen Ersparnis durch Eigenverbrauch. In unserer Beispielrechnung für einen 10.000-kWh-Haushalt summiert sich beides auf rund 1.900 Euro pro Jahr. Eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher kostet bei uns aktuell oft rund 15.000 bis 16.000 Euro schlüsselfertig; dazu sind häufig Förderungen von rund 3.100 Euro möglich.
Kennen Sie Ihre höchste Viertelstunde?
Ihr Smart Meter zeichnet die Viertelstundenwerte schon heute auf – Sie finden sie im Webportal Ihres Netzbetreibers. Schicken Sie uns Ihren höchsten Monatswert: Wir rechnen kostenlos und unverbindlich aus, was er ab 2027 kosten würde und wie viel eine PV-Anlage mit intelligentem Speicher und Peak Shaving bei Ihnen konkret bringt.
Hinweis: Die genannten Leistungspreise sind Richtwerte aus dem Verordnungsentwurf der E-Control zur neuen Netzentgeltstruktur (Begutachtung Juli 2026); die verbindliche Tarifverordnung wird gegen Ende 2026 erwartet. Beispielrechnung mit Annahmen: Monatsspitze 12 kW ohne bzw. 5 kW mit Peak Shaving, gleichbleibend über alle zwölf Monate. Preise und Förderungen: Stand August 2026, abhängig von Dach, Elektrik und Förderprogramm.




