Smart Meter: Ihre Viertelstunden-Spitze wird ab 2027 bares Geld wert

96,9 Prozent aller österreichischen Zählpunkte waren Ende 2024 bereits mit einem Smart Meter ausgestattet – aber nur 38 Prozent der Kundinnen und Kunden wissen laut E-Control überhaupt, dass sie einen haben. Dabei lohnt sich der Blick auf den digitalen Stromzähler jetzt ganz konkret: Ab 1. Jänner 2027 bestimmt die höchste Viertelstunde des Monats einen Teil Ihrer Netzkosten. Wer seine Werte heute schon kennt, kann rechtzeitig gegensteuern.
Was Ihr Smart Meter heute schon misst
Der Smart Meter zeichnet Ihren Stromverbrauch in 15-Minuten-Blöcken auf – 96 Werte pro Tag, rund 2.900 pro Monat. Bisher mussten Sie diese Viertelstundenwerte aktiv freischalten lassen, das sogenannte Opt-in. Genau das haben die wenigsten getan: Nur rund 760.000 der 6,53 Millionen installierten Smart Meter übertragen derzeit Viertelstundenwerte.
Mit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) dreht sich das Prinzip um: Die Viertelstunden-Auslesung wird zum gesetzlichen Standard – wer sie nicht möchte, muss künftig aktiv widersprechen (Opt-out). Haushalte mit Wärmepumpe, Wallbox oder Stromspeicher werden vorrangig umgestellt, die übrigen folgen schrittweise bis Anfang 2027. Die Wiener Netze etwa stellen seit April 2026 stufenweise automatisch auf die Viertelstundenmessung um.
Warum die höchste Viertelstunde ab 2027 zählt
Ab 1. Jänner 2027 werden die Netzentgelte in Österreich neu aufgeteilt: Statt fast ausschließlich nach verbrauchten Kilowattstunden richten sie sich künftig etwa zur Hälfte nach Ihrer Leistung – dem sogenannten Leistungspreis. Maßstab dafür ist der höchste Viertelstundenwert eines Kalendermonats. Die Details haben wir im Beitrag „Netzentgelte neu ab 2027“ erklärt.
Wichtig zu wissen: Jeder Monat beginnt bei null. Eine teure Viertelstunde im Jänner belastet also nicht den Februar. Nach den Richtwerten des E-Control-Verordnungsentwurfs startet der Leistungspreis 2027 bei rund 15 bis 26 Euro je Kilowatt und Jahr und steigt bis zur Endausbaustufe auf 33,82 Euro je Kilowatt (bis 10 kW) beziehungsweise 67,64 Euro je weiterem Kilowatt. Rund 75 Prozent der Haushalte sollen laut den Berechnungen zur Reform unterm Strich weniger zahlen – teurer wird es vor allem für Haushalte mit hohen, ungesteuerten Lastspitzen.
So finden Sie Ihre Monatsspitze – in fünf Minuten
Ihre höchste Viertelstunde können Sie schon heute nachsehen – im Webportal Ihres Netzbetreibers. In unserer Region sind das zum Beispiel das Smart Meter-Webportal der Wiener Netze, das Portal der Netz Niederösterreich oder der Netz Burgenland. So gehen Sie vor:
Registrieren Sie sich mit Kundennummer und Zählpunktnummer – beide finden Sie auf Ihrer Stromrechnung. Aktivieren Sie, falls noch nicht geschehen, die Viertelstundenwerte. Wechseln Sie dann in die Verbrauchsansicht und suchen Sie den höchsten 15-Minuten-Wert der letzten Monate – ein Wintermonat ist am aussagekräftigsten. Typische Spitzen entstehen am Winterabend, wenn E-Auto, Wärmepumpe und Backrohr gleichzeitig laufen: Da summiert sich der Bezug schnell auf 12 kW und mehr.
Was Ihre Spitze kostet – eine Beispielrechnung
Rechnen wir mit den Richtwerten des Verordnungsentwurfs (Endausbaustufe): Eine Monatsspitze von 12 kW kostet dann rund 470 Euro Leistungspreis pro Jahr (10 × 33,82 € plus 2 × 67,64 €). Wird dieselbe Spitze – etwa durch einen Batteriespeicher mit Peak Shaving – auf 5 kW geglättet, sind es nur noch rund 170 Euro. Die Differenz: rund 300 Euro pro Jahr. Als Faustregel gilt: Jedes Kilowatt weniger Spitze spart im Endausbau rund 34 Euro pro Jahr, oberhalb von 10 kW sogar rund 68 Euro. In der Startphase 2027 fallen die Beträge zunächst niedriger aus und wachsen mit den Tarifstufen.
Übrigens: Bei aktiver Viertelstundenmessung verrechnen die Wiener Netze im Sommerhalbjahr (1. April bis 30. September, 10 bis 16 Uhr) um 20 Prozent günstigere Netzentgelte – ein Vorteil, den Sie ohne Freischaltung verschenken.
Ihr kostenloser Lastspitzen-Check
Sie haben Ihren höchsten Viertelstundenwert gefunden? Schicken Sie ihn uns einfach. Wir rechnen Ihnen kostenlos und unverbindlich aus, was dieser Wert ab 2027 nach den aktuellen Richtwerten kosten würde – und wie viel eine PV-Anlage mit intelligentem Speicher bei Ihnen konkret herausholen kann. Sie finden den Wert nicht? Auch dabei helfen wir gerne weiter.
Hinweis: Die genannten Beträge basieren auf den Richtwerten der E-Control zum Verordnungsentwurf; die verbindliche Tarifverordnung wird Ende 2026 erwartet.




